Perfekter Stoff für fiese Verbrechen

Literatur: Krimi-Autor Manfred H. Krämer legt mit „Mordsquilt“ seinen neuen Roman vor / Buch erscheint am 20. Dezember

18.12.12

Lampertheim. Fünf Frauen - fünf Männer - fünf mysteriöse Todesfälle: Der Lampertheimer Krimiautor Manfred H. Krämer ist wieder fündig geworden auf seiner Suche nach dem - fast - perfekten Verbrechen. "Mordsquilt" heißt sein neuer Roman, der am 20. Dezember in die Buchhandlungen kommt und damit noch ein Weihnachtsgeschenk für Kurzentschlossene werden.

Eigentlich hätte das neue Werk ja eine neue Reihe begründen sollen:

"Krämers kleine Krimis", im Format an die kleinen gelben Reclam-Bändchen angelehnt. Aber dann ist offensichtlich doch die Lust am Fabulieren mit dem Lampertheimer durchgegangen: 224 Seiten dick ist das Buch geworden, wird wie sein Vorgänger "Spargelmord" und "Kohlemord" von der Mannheimerin Barbara Waldkirch verlegt und kostet 10,80 Euro.

Wieder kämpft Krämer nicht mit der Streitaxt, sondern filigran mit dem Florett. "Es sollten subtile, perfide und originelle Morde sein", sagt er, haarscharf an der Grenze vom Möglichen zum Absurden. Die Idee lieferte ihm Ehefrau Monika, die vor zwei Jahren die Leidenschaft zum Quilten entdeckt hat. Quilts sind handgenähte Steppdecken und können echte Leidenschaften entfachen, wie Krämer am eigenen Leib erfahren durfte. "Unsere Wohnung ist mittlerweile richtig zugequiltet", schmunzelt er. Der Nähkurs seiner Frau war auch Ideengeber, wobei sich der Autor zunächst sträubte. Wie sollte man aus einem so todsterbenslangweiligen Stoff einen Krimi machen? Dann lernte Krämer die Damen kennen, die sich regelmäßig in einem Stofflädchen in Lorsch treffen - und die Dinge nahmen ihren Lauf.

Wobei: Die echten Vorbilder der fünf Mordsweiber im Roman seien durchweg liebenswerte und charmante Damen, deren Männer übrigens alle noch leben, stellt Krämer klar. "Ich habe sie natürlich überzeichnet, aber auch nicht jeden Charakter eins zu eins aus der Wirklichkeit übernommen." Im Grund hätten nur zwei Frauen lebendige Vorbilder: Hinter Mauritia verbirgt sich Elke Eichenauer, die bei der Lampertheimer VHS Nähkurse gibt. Für Nika Hennig stand Krämers Frau Monika Pate. Da deren Roman-Gatte ebenfalls Schriftsteller ist, hat sich Krämer quasi auch ein Stück selbst im Krimi verewigt. Allerdings: Sein literarisches Alter Ego teilt das Schicksal der Männerwelt. Er überlebt die Story nicht. Auch wenn Krämer noch nie eine Folge der Fernsehserie komplett gesehen hat: Es stecke viel "Desparate Housewives" drin im "Mordsquilt". Das habe ihm zumindest die Familie attestiert. Im Übrigen sah der Autor den Roman als gut Schreibübung. Schließlich galt es, fünf verschiedene Handlungsstränge zusammenzuführen und im Griff zu halten und auch so manch dramaturgisches Problem zu lösen.

Klar ist, dass es zum Romantitel auch schon einen Quilt gibt. Den hatte Ehefrau Monika sogar schon vor dem Roman fix und fertig. Auf der Decke sind die fünf Hauptdarstellerinnen als Sunbonnet Sue verarbeitet. "Sunbonnet Sue" heißen die Mädchen mit dem Sonnenhut, die als Figur in der Quilt-Szene weltbekannt sind. Allerdings hat Krämers Frau den üblicherweise süßen Mädchen rauchende Kippen, Pistolen oder bluttriefende Hackebeilchen an die Hand gegeben. Während die echten Sunbonnet Sues nur von der Seite zu sehen sind, zeigt dieser Quilt ein Mädchen auch von vorne: mit gruselig rotglühenden Augen. Und so passt der Quilt ausgezeichnet zur Story: schräg, bunt und bitterböse.

© Südhessen Morgen, Dienstag, 18.12.2012



   

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