Mord und Kulinarisches

SPANNEND Manfred H. Krämer stellt im Bootshaus seinen neuen Krimi vor

12.03.12

Samstagabend im „Bootshaus“: die beste Zeit, um sich mit einem anspruchsvollen Dinner verwöhnen zu lassen. Zwischen den kulinarischen Köstlichkeiten trug der wohl bekannteste Autor der regionalen Krimiszene, Manfred H. Krämer, einzelne Kapitel aus seinem eben erschienenen neuen Roman „Kohlemord“ vor. Viele Krimifans ließen sich diese Möglichkeit nicht entgehen. Der Raum im Bootshaus, in dem die Lesung stattfand, war gut besetzt.

Kraemer-Krimilesung_bootshaus-2012-03.jpgYvonne Lemke, Hartmut Kroh und ihr Team hatten sich beim Dinner mächtig ins Zeug gelegt. Es gab Nibelungentarte als Vorspeise. Zum Hauptgang wurden Keulen von Salbeihühnchen gereicht, und als Dessert wartete ofenfrischer Backapfel mit Zimt-Mousse und Odenwälder Apfelweinsoße. Manfred H. Krämer hatte das Lokal nicht zufällig ausgesucht, ist dieser Ort doch für einen Moment Kulisse, als die Lady Jane, das Hausboot der beiden Protagonisten Tarzan und Solo, an dieser Stelle vorbeigeschleppt wird.

Krämer wies zu Beginn der Lesung auf die Doppeldeutigkeit des Wortes hin: einmal als Kohle, wie sie fürs Mannheimer Großkraftwerk notwendiger Heizstoff ist, das andere Mal als Ausdruck für Geld. Genau diese Mischung ist es, die den Titel spannend macht. Und auch das Gerangel um den Block 9 des Kohlekraftwerks vor ein paar Jahren ist noch nicht vergessen, als viele Mannheimer auf die Straße gingen, um gegen ihn zu demonstrieren.

Der Autor recherchiert vor Ort

„Deshalb waren meine Gesprächspartner vom GKM auch sehr skeptisch, als ich sie fragte, ob ich in ihrem Kraftwerk recherchieren dürfte“, erzählte Krämer zu Beginn der Lesung. „Sie haben erst wissen wollen, wie ich grundsätzlich zum Kohlekraftwerk stehe.“ Als das geklärt war, durfte Krämer sich vor Ort inspirieren lassen und auch in den Tiefbunker hinein, der im Zweiten Weltkrieg als Notversorgung der Mannheimer Industrie im Falle der Bombardierung eingerichtet worden war. Dieser unheimliche Ort spielt im neuen Roman auch eine wesentliche Rolle. An dieser Stelle, wie auch an anderen Passagen, wird deutlich, wie genau Krämer seine Recherchen betreibt. Man traut ihm sogar zu, dass er sich mit einer Flasche Bier zu den Stadtstreichern, die er im Roman so liebevoll und kenntnisreich beschreibt, unter die Kurpfalzbrücke setzt.

Mit einem solch detailreich geschilderten Stadtstreicher lässt Krämer seine Lesung beginnen. Diese Figur bettet er gekonnt in ein impressionistisches Nachtgemälde ein, der schwarze Strom, der sich zu seiner nahen Mündung wälzt, das tuckernde Geräusch des Schiffsmotors, das immer näher kommt und sich dann wieder entfernt, der peitschende Schuss in der Nacht, der den Stadtstreicher aufschreckt. Durch rauschhaft vernebelte Augen beschreibt Krämer die Szene, wie der Mann den im Strom treibenden Koffer mühevoll aus dem Wasser zieht, ihn öffnet und…

Pause, Hauptgang, nächste Szene: Manfred H. Krämer baut seine Lesung szenisch auf. Es geht ihm darum, die einzelnen Figuren in seinem Roman vorzustellen und Appetit auf mehr zu machen. So geht es einem auch bei dem „Bluhmepeter“, Hauptkommissar Hans Peter Bluhm, der auf der Schönau wohnt und wegen seines Suffs schon lange keinen Führerschein mehr hat. Bluhm fährt mit dem Fahrrad oder eben mit der „Änser“, die von Schönau nach Rheinau geht.

Der Bluhmepeter leitet also die Ermittlungen und interessiert sich nun besonders dafür, warum der Stadtstreicher Franz aus Wien das ihm angebotene Bier verschmäht und stattdessen aus seinem vergammelten Sack den besten und teuersten Whiskey hervorzaubert. Was hat das mit dem Mord zu tun, und in welchem Zusammenhang steht das Geld zu anderen Verbrechen. An dieser Stelle spielt Krämer sein Schauspieltalent voll aus und redet perfekt Wienerisch. Er mag Dialekte, nicht nur den von Lampertheim und von der Schönau, nein, er beherrscht diesbezüglich auch Fremdsprachen.

Natürlich sind Tarzan und Solo mit ihrem Hausboot, diesmal etwas leckgeschlagen, wieder mit von der Partie, und Solo, die man sich als eine Art Franka Potente in ihrer Rolle in „Lola rennt“ vorstellen sollte, gerät sogar in tödliche Gefahr und macht mit dem Tiefbunker unter dem Mannheimer Großkraftwerk Bekanntschaft.

Bildunterschrift: Manfred H. Krämer beweist bei seiner Buchvorstellung schauspielerisches Talent.

Lampertheimer Zeitung
12.03.2012

"Kohlemord", Waldkirch Verlag
320 Seiten, 11,80 Euro.

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