Beim ersten Krimifestival in der Rhein-Neckar-Region lesen die Autoren zehn Tage lang

Tatort Brauerei: Harald Schneider und Manfred H. Krämer bei Eichbaum in Mannheim.

02.04.11

Lesung_Eichbaum_Schneider-Kraemer.jpgDas erste Krimifestival in der Rhein-Neckar-Region war aus Sicht des Veranstalters so erfolgreich, dass es in zwei Jahren eine Fortsetzung geben wird. Zehn Tage lang haben zwischen Worms und Heidelberg, meist in kleinen und großen Bibliotheken und Buchhandlungen, zahlreiche Krimi-Lesungen stattgefunden. Sogar in einer Straßenbahn und im Keller einer Brauerei stellten Autoren ihre mörderischen Geschichten vor.

„Die Lesungen waren nicht immer ausverkauft, aber sehr gut besucht“, sagt Claudia Senghaas, Cheflektorin des Gmeiner Verlags. Der in Meßkirch im Schwarzwald beheimatete Verlag hat zahlreiche Regionalkrimi-Autoren unter Vertrag und das Festival angeregt. „Schöne Stimmung und tolle Vorstellung“ habe sie meistens über die Lesungen gehört, sagt die Lektorin. In zwei Jahren werde es daher das nächste Festival geben. So lange braucht der Verlag, um die Veranstaltung vorzubereiten. Denn es soll auch wieder ein Schreibwettbewerb ausgerichtet werden. Dessen diesjährige Gewinner durften ihre Geschichten bei der Eröffnung des Festivals in der Ludwigshafener Stadtbibliothek vortragen. Und in zwei Jahren soll auch wieder eine Anthologie erscheinen, in der die Beiträge der Gewinner neben denen gestandener Autoren abgedruckt sind. In diesem Jahr trug sie den Titel „Mörderischer Erfindergeist“.

Beim nächsten Mal möchte Claudia Senghaas eher auf ausgefallene Leseorte zurückgreifen. Ein solcher Ort war schon in diesem Jahr eine historische Straßenbahn. Die Thalia-Buchhandlung auf den Mannheimer Planken war hier Veranstalter. Während die Straßenbahn durch die Innenstadt zuckelte, lasen Claudia Schmid und der Schauspieler Hans Fleischmann den Thriller „Fingerzeig“ vor. Claudia Schmid hatte ihn eigens für diese Straßenbahnfahrt geschrieben. Es geht um die Entführung der Lebensgefährtin eines Bildhauers. Als Lebenszeichen und Drohung zugleich kommt ihm ein abgeschnittener Finger zu. Das Ende der amüsanten Geschichte lässt Claudia Schmid in der Straßenbahn während des Krimifestivals spielen.

„Fingerzeig“ dürfte der einzige Krimi gewesen sein, dessen Auflösung verraten wurde. Harald Schneider und Manfred Krämer behielten das Ende jedenfalls für sich. Die beiden traten ebenfalls an einem ungewöhnlichen Ort auf, nämlich im Bräukeller der Mannheimer Eichbaum-Brauerei. Dieser Ort lag nahe, denn Schneiders humorvoller Krimi „Räuberbier“, in dem es um gepanschtes Bier geht, spielt in der Brauerei. Das Bier, das zur Lesung ausgeschenkt wurde, war allerdings penibel nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

Auch Spargel wurden nicht aufgetischt, obwohl Manfred Krämers „Spargelmord“ der ideale Krimi zur beginnenden Spargelsaison ist. Er spielt in Lampertheim, und das Pärchen Solo und Tarzan verleiht im einigen Humor. Ingrid Noll war die bekannteste Autorin des Festivals. Ihre Lesung bei Thalia am Mannheimer Paradeplatz wollten sehr viele hören. Aber sie brach genau an der Stelle ihres neuesten Krimis „Ehrenwort“ ab, an der es spannend wird. Jemand ist über einen an einer Treppe gespannten Stolperdraht gestürzt. Aber es ist nicht der betagte, im Umgang schwierige Willy Knobel, dem der Anschlag galt. Bis es jedoch dazu kommt, nimmt Ingrid Noll, Autorin etlicher tiefschwarzer Kriminalkomödien, einen langen Anlauf und schildert ausführlich die Familienverhältnisse dreier Generationen unter einem Dach.

Die Überraschung des Festivals heißt Friederike Schmöe. Sie ist Germanistikdozentin in Bamberg und Saarbrücken und hat in der Stadtbücherei in Schifferstadt aus „Wer nie vergibt“ gelesen. Ihr spannend aufgebauter Krimi spielt weit weg, in Georgien, das die Autorin aus eigener Anschauung kennt und auch als Urlaubsland empfiehlt. In dem Roman verschwinden dort eine Reisereporterin und eine Operndiva. Kea Laverde, eine Ghostwriterin aus Bayern, wird in die undurchsichtige Geschichte verwickelt. „Wer nie vergibt“ ist bereits Friederike Schmöes fünfter Kea-Laverde-Krimi.

Bild: Tatort Brauerei: Harald Schneider (links) und Manfred H. Krämer bei
Eichbaum in Mannheim.

Die Rheinpfalz
2.4.2011

 

Leseprobe

Spargelmord“. Waldkirch Verlag,
264 Seiten, 9,95 Euro.



   

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