Ex-Stadtchef Manfred David erzählt seine Lebensgeschichte

Neue Biografie vom Verlag Waldkirch - Wormser Zeitung

28.11.07

MANNHEIM Manfred David stellt seine Autobiografie vor. Insgesamt 22 Jahre (nämlich von 1967 bis 1989) war er der Erste Bürgermeister der Stadt Mannheim, außerdem Dezernent für Kultur, Schulen und Sport. Neben seinem vielfältigen Wirken im Dienste der Stadt schildert die Lebensgeschichte des heute 81-Jährigen eindrucksvoll auch das Schicksal der Deutschen aus den ehemals schlesischen Gebieten im Osten. Wie schon der Titel des Buchs verrät ("Stationen meines Lebens - Breslau, Weimar, Frankfurt, Mannheim") , spannt sich der Bogen zu wesentlichen Abschnitten der deutschen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts und erzählt in plastischer Weise, was die in Niederschlesien geborenen Menschen durchleben und durchleiden mussten.

Es komme nicht jeden Tag vor, dass ein Bürgermeister seine Lebenserinnerungen aufschreibe, ließ Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner Laudatio keinen Zweifel an der Ausnahmestellung Davids, der in seiner Amtszeit wesentlich zur Spitzenposition Mannheims in Schulwesen, Kultur sowie Leistungs- und Breitensport beigetragen habe. Er sei fast so etwas wie ein Baudezernent gewesen, weil 19 Schulneubauten, 14 Erweiterungen, 50 Turn- und Sporthallen - mithin rund ein Viertel der Mannheimer Schullandschaft. - unter seiner Ägide entstanden seien, wie Kurz resümierte.

Als sich David als Lehrer und Rektor einer Frankfurter Haupt- und Realschule 1966 für ein Bürgermeisteramt in Mannheim bewarb, herrschte im Schulsektor der Notstand: "Es fehlten 225 Klassenräume, der Schichtunterricht drohte", erzählt David, damals schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in Frankfurt am Main und freute sich, dass sein neues Schulkonzept in Mannheim großen Anklang fand.

Neben dem Ausbau des gymnasialen Angebots der Oberstufe und der Trennung von Grund- und Hauptschule setzte sich David für neue Schulformen ein. Die Integrierte Gesamtschule Herzogenried und weitere Ganztagesschulen gehen auf seine Initiative zurück. Mit seinem Büchereientwicklungsplan wurde das Zweigstellennetz der Stadtbücherei ausgebaut. Dem Aufbruch "Kultur für alle!" der 70er Jahre habe sich David verpflichtet gefühlt. Kurz wies darauf hin, dass Einrichtungen wie das Kulturzentrum Alte Feuerwache oder die Erweiterungen von Kunsthalle und Reiss-Museum noch heute die Stadt prägen. Der Sport profitierte erheblich von den von ihm geschaffenen Sportförderrichtlinien, die von vielen deutschen Kommunen übernommen wurden. Trotz oder gerade wegen seiner neuen Konzepte war David nicht unumstritten. Seine Wiederwahl 1975 verlief dramatisch, bei Stimmengleichheit mit dem Gegenkandidaten musste sogar das Los entscheiden. Dieses und unzählige weitere Details lassen sich in dem unterhaltsamen Buch nachlesen.

Manfred David
Stationen meines Lebens - Breslau - Weimar - Frankfurt - Mannheim
216 Seiten, Festeinband
19,80 Euro
ISBN 978-3-927455-40-5


Buchtitel:
[Katalog="273"]Manfred David[/Katalog]

   



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