Liebevoll-ironischer Karikaturen-Band von Franz Mazura im Nationaltheater präsentiert

Ein neues Buch mit Franz Mazura vom Verlag Waldkirch

12.03.06

Der verborgene Schatz des berühmten Sängers

Mannheim. Als Sänger in Bayreuth oder an der New Yorker Metropolitan Opera erlangte er Weltruhm, auch als Schauspieler ist er bekannt - doch nun kann man Franz Mazura auf ganz andere Weise kennenlernen: Erstmals ist jetzt ein Buch nur mit seinen Karikaturen erschienen, vorgestellt im Nationaltheater Mannheim.

Er wollte es eigentlich nicht, hat lange gezögert und sich geziert. Und nun, bei dem Gedrängel zur Buchpräsentation im Theatercafe, wo trotz zusätzlich zu den üblichen Tischen aufgestellten Stulreihen auch noch einige Gäste stehen müssen, fehlen ihm auch erstmal die Worte. "Ich bin sprachlos", so der 81-Jährige - "Dann sing!", tönt es daraufhin aus dem Publikum, und schon lächelt er wieder, hat sich seine trotz jahrzehntelanger Bühnenerfahrung erkennbare Aufregung gelegt, und er gesteht: "Es tut mir nicht mehr leid, ja gesagt zu haben."

Denn eigentlich sind sie nie für die Öffentlichkeit gedacht gewesen, die Tuschezeichnungen. Mazura hat sie meist nur für gute Freunde gefertigt, ja regelrecht (mit stets dazu passender Liedzeile und Notenband) komponiert - die Karikatur zur Aktion "Kohle für den Ring" des Nationaltheaters, 1999 für eine "Mannheimer Morgen"-Beilage gefertigt, stellt da eine Ausnahme dar.

Überwiegend sind es Theaterleute wie die früheren Intendanten Petersen und Schwab, berühmte Sänger (Jean Cox, Ilse Köhler, Georg Völker), die Generalmusikdirektoren Stein und Märkl, auch Mitarbeiter vom Inspizienten bis zur Souffleuse, zudem Bayreuther und Mannheimer Freunde, die er portraitiert hat, dazu einige bekannte Persönlichkeiten wie die Bloomäuler Hans Bichelmeier, Klaus Wendt, Walter Spagerer, den Arzt Dr. Helmut Irion, den Bankdirektor Ruthard Frank, den ehemaligen Ersten Bürgermeister Manfred David oder den langjährigen "MM"-Chefredakteur Horst-Dieter Schiele, die in dem liebevoll zusammengestellten Band auftauchen. "Auf heiter-ironische, oft auch kritisch satirische, doch immer freundschaftlich-charmante Weise" hat Mazura sie karikiert, scheibt Dr. Hans-Jürgen Buderer treffend in seiner sehr persönlich gehaltenen Einführung, und in ein paar Sätzen schildert Mazura auch immer, was ihn mit der jeweiligen Person verbindet, und verrät zahlreiche Theater-Anekdoten.

Denn oft waren es Jubiläen, Geburtstage oder Verabschiedungen, zu denen die Karikaturen als ganz persönliche Geschenke entstanden sind. Für das Buch mussten erst Kopien gesucht, Fotos angefertigt, Vorstudien verwendet werden. Zwei Jahre dauerten daher die Vorarbeiten, und oft zögerte Mazura. "Ich bin doch reiner Autodidakt, ich wollte keine Sache, die ich nicht perfekt gelernt habe, an die Öffentlichkeit bringen", so Mazura bescheiden. Aber seine Frau Elisabeth und Verlegerin Barbara Waldkirch überzeugten ihn schließlich. Waldkirch, die mit großer Leidenschaft Literatur zu regionalen Themen oder mit regionalen Autoren herausbringt, hatte zunächst von dem langjährigen Chormitglied des Nationaltheaters, Herbert Kromath, "Moi Muddersprooch" verlegt und dann mit ihm zwei köstlich-ironische "Kläne kurpälzer Opernfihrer" produziert. Die witzigen Zeichnungen zu den einzelnen Opern steuerte Mazura bei, und Waldkirch war von dem Talent begeistert: "So pfiffig, so genial!" Diese Passion des Sängers betrachtete sie als "verborgenen Schatz" und wollte ihm helfen, ihn zu heben - was nun gelungen ist. Schließlich gelte es, zu zeigen, welche Fähigkeiten die Menschen in dieser Metropolregion haben, so die auch als Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer engagierte Verlegerin: "Wenn alle zeigen, was sie können, und wir zusammenhalten, können wir es mit der ganzen Welt aufnehmen", schwärmte sie und dankte Mazura für die Zusammenarbeit: "Sie war nie Arbeit, seine Herzlichkeit, seine Menschlichkeit haben mich fasziniert."

Und fasziniert äußert sich auch Generalintendantin Regula Gerber, die für die Buchpräsentation gerne das Nationaltheater zur Verfügung stellte. "Ein außergewöhnlicher Band", so Gerber. Mazura sei nicht nur "wahrhaft ein Sänger-Heroe", den sie schon von Gastspielen an ihrer früheren Wirkungsstätte Bielefeld kenne, sondern beeindrucke mit "unbegreiflicher, nicht erlahmender Energie" und immer neuen Talenten. Mit seinem präzisen Blick habe er "manchmal auch frech, schelmisch, bissig Menschen mit Ecken und Kanten" gezeichnet und so auch gleichzeitig eine sehr emotionale, sehr persönliche Geschichte des Mannheimer Nationaltheaters vorgelegt, so die Intendantin. Peter W. Ragge

Sonntag Aktuell
12. März 2006


Buchtitel:
[Katalog="188"]Franz Mazura - Mit Tusche und Notenband[/Katalog]

   

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