Provokante Thesen bei den Wirtschaftsjunioren diskutiert

Appell der IHK-Vizepräsidentin Barbara Waldkirch an die Kommunalpolitiker

27.05.04

Auf dem Weg zu einer schlanken, attraktiven Stadt

Sonst werden sie ja bei solchen Gelegenheiten nur mit Forderungen konfrontiert - nun aber bekamen sie ein klares, konstruktives Angebot: "Lassen Sie uns gemeinsam an Modellen arbeiten", appellierte IHK-Vizepräsidentin Barbara Waldkirch an die Kommunalpolitiker, Möglichkeiten zur besseren Kinderbetreuung zu suchen: "Glauben Sie mir: Geld ist vorhanden", mahnte Waldkirch bei einer Podiumsdiskussion der Wirtschaftsjunioren zur Gemeinderatswahl - man müsse nur bereit sein, auch ungewöhnliche Wege zu gehen.

Ungewöhnliche Wege gehen - das machen sie gerne, die Wirtschaftsjunioren (WJ). "Wir wollen uns für eine freie Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung engagieren", gab Olaf Kühn vom geschäftsführenden Ausschuss die Marschrichtung der jungen Unternehmer und Führungskräfte vor. Immer wieder hakten die Moderatoren Alexander Mitsch vom WJ-Arbeitskreis "Kritisches Engagement in der Politik" und Sascha Spataru vom RNF daher bei den Kandidaten nach, um ihnen detailliertere Aussagen zu entlocken.

Geht es nach den Wirtschaftsjunioren, wird Mannheim in fünf Jahren eine der familienfreundlichsten Städte, eine Stadt mit ausgewogenen Finanzen und schlanker Verwaltung, in der dank wachsener Attraktivität des Rhein-Neckar-Dreiecks mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als verloren gehen - und die Top drei unter den deutschen Event-Standorten ist. Doch über diese Ziele und den Weg dorthin gab es eine zweieinhalbstündige, kontroverse Debatte - mit einigen provokanten Thesen.

FDP-Vertreter Volker Beisel etwa vertrat die Auffassung, die Stadt solle Anteile an der MVV verkaufen, weitere städtische Betriebe von Parkhäusern bis zur Gärtnerei privatisieren, Zuschüsse für Nationaltheater ("Wir brauchen nicht jedes Jahr einen neuen Tannhäuser") und Luisenpark kürzen sowie den Flugplatz langfristig nach Sandhofen verlegen sowie alle GBG-Wohnungen verkaufen. Da widersprach CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Sven-Joachim Otto energisch: "Das kommt nicht in die Tüte, mit der CDU wird es keine Flugplatzverlegung nach Sandhofen geben". Er wies ebenso wie andere Redner Beisels "populistische Thesen" zurück.

Laut Otto ist es "Schicksalsfrage Mannheims", eine bessere, grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu finden, doch wollte weder er, noch Joachim Horner (SPD) und Dr. Rudo Friedrich (ML) gleich so weit wie Wolfgang Raufelder (Grüne) gehen, der ein Regionalparlament forderte. "Erst müssen wir mal die Veränderungen, die Mannheim braucht, anpacken", mahnte Horner. Für den Flugplatz favorisierten die anderen Redner alle eine regionale Lösung. Ob die, wo von Otto angeregt, bei der Wirtschaftsförderung möglich und sinnvoll ist, blieb dann aber wieder ebenso umstritten wie die Frage, ob man die Gewerbesteuer senken könne. Nur in zwei Punkten waren sich alle Parteien einig: Man müsse den Bürgern offen sagen, dass manche Wünsche nicht mehr zu erfüllen seien - aber in jedem Fall die Kinderbetreuung verbessern. Wege dazu wollen die Wirtschaftsjunioren mit den Politikern finden - nach der Wahl.

Mannheimer Morgen
27. Mai 2004

   

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